Archiv der Kategorie 'Provinz'

friedensfritzen in erlangen genervt

am freitag abend trafen sich ~60-70 menschen in der erlanger innenstadt, um die solidarität mit der hisbollah zu fordern. womit die altlinken, sozialforumianer und exil-“palästinenser“ nicht gerechnet hatten, waren wir.

folgender artikel war am samstag in der zeitung zu lesen – nebenbei ein beeindruckendes beispiel über die ahnung von provinzjournalist_Innen:

zur klarstellung: es gab übrigens kein gerangel, und die beleidigungen hielten sich in grenzen. auf den transparenten stand übrigens zu lesen „solidarität mit israel! gegen antisemitischen terror!“ sowie „hinter dem ruf nach frieden verschanzen sich die mörder“

nachschlag herzogenaurach

neue entwicklung in sachen herzogenaurach. die gerüchte hatten sich bestätigt, es war keine „bunt gemischte gruppe“, sondern ein paar nazis die da auf die fresze bekommen haben. daher gab es letzten samstag eine kundgebung der npd in herzogenaurach. die öffentliche reaktion war die übliche: anmeldung war mittwoch, bestätigung durch die stadt freitag, die zeitung schreibt nix im vorfeld. dies ist das generelle konzept der nürnberger nachrichten, es lautet „aktives ignorieren“ und bedeutet: wir berichten einfach nicht. bei der letzten nazikundgebung demonstrierte die zivilgesellschaft 2h später und 3km entfernt. naja, damals gab es einige zwischenfälle, wegen denen die zeitung doch berichten muszte. diesmal wars eher low.

hier noch der indymedia bericht dazu.
(darin auch der link zur npd-erh seite mit fotos, aber den nazi-scumm verlink ich nicht direkt, referer und so…)

mal schauen was der von den grünen initiierte „runde tisch gegen migrantengewalt“ machen wird.

(k)ein gutes verlängertes wochenende

wochenends:

sonntag nachmittag semi-verkatert und übermüdet nach leipzig hochgefahren, leider haben diverse leute abgesagt gehabt. also alleene im auto, wa!? dann gleich nach der ankunft ins zest (bornaische 54, vorderhaus vom zoro) eszen gegangen. obwohl zwei gründe dagegen sprachen (vegan, teuer) – äuszerst schmackofatz. dann noch gesättigt und also in beszerer verfaszung zum „rock am kreuz“ hochgepilgert, ein paar leute getroffen und ein paar bierchen getrunken.

am nächsten tag dann semi-früh aufstehen und in die city. kurzfristige überlegungen die dgb 1.mai demo als vehikel in die inner-city zu nützen scheiden aus, lieber anständig frühstücken und mit der stra-ba die demo überholen. das konzept ist ja total gescheitert – die einen nazis sind garnicht richtig los, die andren muszten gleich umgeleitet werden und am ende war sogar der bahnhof blockiert. die bilder könnt ihr euch ja bei mob-action oder indymedia oder so holen. insgesamt kein punktsieg wie das letzte mal. team green hat dazu noch einige autos eingebüszt, z.b. hier eins:

wenigstens ein guter tag für ostzonale werkstätten. und wenn mir noch jemand das wort „flitzpiepen“, dasz ich auf nem transpi sah erklären kann, dann bin ich ganz zufrieden. der pott ist lang her und weit weg…

deutsche als opfer

wir entsinnen uns, es sind nicht immer nur die deutschen die täter wären, sondern vielmehr sind sie die opfer, denn:

„Es werden auch blonde blauäugige Menschen Opfer von Gewalttaten, zum Teil sogar von Tätern, die möglicherweise nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Das ist auch nicht besser.“

und siehe da, der mann hat recht gehabt. was war vorgefallen? laut lokalinfos gab es eine maszenschlägerei unter jugendlichen am stadtrand.

Passiert ist dies alles in der Nacht von Freitag auf Samstag. Das Ergebnis des Überfalls, der etwa 10 Minuten dauerte, dann traf die Polizei ein, mindest drei Verletzte, die in Kliniken behandelt wurden, mehrere Schürfwunden und blaue Flecken. Die Angreifer hätten mit Baseballschlägern, Fäusten und Tritten die Gruppe attackiert. Gründe? Der Jugendliche, der dem FT über die Nacht berichtete, kann sich keine vorstellen. Die Feiernden waren eine recht gemischte Gruppe, Punks, Mettler[SIC!], Rocker, ziemlich verschiedene Richtungen haben zusammen gefeiert. Die Angreifer seien Russlanddeutsche gewesen, so der mit einer Schürfwunde davon gekommene.

quelle

andere quellen haben mir gestern etwa folgendes – worüber man nichts in der zeitung findet – berichtet, was sich die tage auch noch zugetragen hat. nazis hätten in der altstadt migrantenkids bekaut und darauf hin wären die mit freunden zurück und hätten die situation geklärt.

in der zeitung liest sich das ganze aber wie folgt:

Dieser neue Gewaltakt habe ganz offensichtlich einen anderen Hintergrund als die früheren Übergriffe von Neonazis. Aber Müller verwies darauf, wie die Stadt vor Jahren damit umgegangen sei. Damals habe das Engagement aller, der Demonstrationszug, die „Kalte Schulter“-Kundgebung, die polizeilichen Aktivitäten und die Streetworker-Tätigkeit auch viel gebracht. Es sei gelungen die rechte Gewalt zurückzudrängen.

Jetzt sei Gewalt offensichtlich von jungen Migranten ausgegangen. Das Problem brenne auf den Nägeln, „wir müssen an einen Tisch, Missverständnisse ausräumen“.

quelle

und das geht natürlich garnicht, wenn die kids sich dort gegen die faschos wehren. is klar, ne? hier kann man noch etwas standortbashing herzogenaurach von 2003 lesen. es gab da nämlich schon mal nen vorfall:

Im Juli 2000 wird ein 15-Jähriger Aussiedler von zwei Zwillingsbrüdern aus der rechtsextremen Szene auf der Sommerkirchweih krankenhausreif geschlagen.

diese beschreibung ist etwas verharmlosend, der 15jährige wurde mit nem zünftigen bayrischen maszkrug niedergeschlagen bis dieser kaputt ging und dann noch mit den scherben verletzt. eine gesichtshälfte und ein arm waren zeitweise gelähmt.

jetzt ist erstmal sendepause bis zum 2.ten mai; dann bin ich auch wieder mal in der provinz und kann mich selbst direkt erkundigen, ich bleib am ball.