nifty killbot 1.0

asimovs gesetze auf dem kopf, oder: der feuchte traum von techno-militaristen.

den meisten ländern dieser welt dürfte wohl eins gemeinsam sein: grenzen zu nervigen stinkenden nachbarn die es nur auf den eigenen reichtum abgesehen haben. und notorisch unterbezahlte dauerbetrunkene verbeamtete grenzer. auf der anderen seite hochmotivierte migrant_innen, die unbedingt über die grenze wollen. in diesen wettlauf zwischen hase und igel ist nun samsung eingetreten. das ganze sieht neat aus, nennt sich bescheiden
„the intelligent surveillance and guard robot“
, erinnert an eine mischung aus battletech & at-at walkern aus, und dürfte dem illegalen igelpack endgültig die beine brechen. eingesetzt werden soll dieses nette spielzeug im ersten groszen feldversuch an der dmz zu nordkorea. die zweckbegründung auf militärischer ebene, „south korea has a largely conscript military of 650,000 against pyongyang’s 1.2 million-strong forces, but a falling birth rate means that seoul will struggle in the future to maintain troop numbers.“quelle, ist ziemlich komisch:

die dmz ist ~250km lang und bewuchert. selbst unter idealbedingungen müszte man ca. alle 500-700m eine dieser kisten aufstellen, damit eine effektive schuszreichweite gewährleistet ist. 1. mit der standard-waffe dürfte kein regulärer truppentransporter zu knacken sein, artillerie kann relativ zügig eine bresche in die robot-kette schieszen, so dasz der nutzen im (unwahrscheinlichen) fall eines invasionsversuchs der nordkoreanischen armee gegen NULL sinkt. die ca. 600-700 guard robots kosten übrigens easy $120-140mio (ohne mengenrabatt). jetzt gucken wir aber mal, was das ding überhaupt zu leisten vermag:

das wahrscheinlichere einsatzgebiet wird von samsung zwischen den zeilen mitgeteilt: „the system is designed to replace a human-oriented guards, overcoming their limitation of discontinuous guarding mission due to its severe weather condition or fatigue, so that the perfect guarding operation is guaranteed.“ keine übermüdung, bequemlich- und / oder bestechlichkeit mehr. auch wird bereits diskutiert, pipelines, flughäfen, staudämme oder andere „sensible bauwerke damit zu überwachen. man darf jedoch gespannt sein, wann diese dinger auch an den eu-auszengrenzen postiert sein werden, oder die bundespolizei interesze anmeldet.

um dem multinationalen konzernkonglomerat und militärindustriellem komplex bestehend aus den firmen samsung techwin co., sejin system co., „mediazen“, „sysfo lab co.“ auf der einen seite und dem staat korea auf der anderen einen strich durch die erwartete gewinnprognose von $200.000.000 im ersten jahr zu machen, verrate ich hier, wie man seinen eigenen killbot selber bauen kann – falls ihr keine $199.999 habt und die nachbarskinder trotzdem nicht mehr im garten sehen wollt. hey, samsung liefert nur die hardware, das moralische problem wenn ihr den bot einsetzt, liegt bei euch.

[nachtrag: tracking von personen in videoszenen (video vom 22c3)]

weitere quellen zum thema:
blog.scifi.com
communistrobot
vnunet
heise.de

the sentry gun.com
die homepage vom selfmade video

misc. bei der recherche gefundenes:
„der bgs und die dt. ostgrenze“ – reader auf nadir von ’95
tetra vaal robocop

  1. die standardversion soll mit einer machine gun vom kaliber 5.56mm ausgerüstet werden, die maximale schuszreichweite dürfte im bereich von ~2.5km liegen (daher empfiehlt z.b. defense review eine version mit 7.62 nato munition für „greater range, penetration, and lethality“; die aktuelle version soll auf 10m ein losungskennwort über spracherkennung verstehen und bei „accept“ NICHT feuern / siehe video [zurück]

3 Antworten auf „nifty killbot 1.0“


  1. 1 jochmet 31. Januar 2007 um 19:57 Uhr

    Hosianna! Nicht nur sensible Bauwerke, Südkorea und die EU (und meine Wenigkeit) dürften sich nach dieser Arbeitserleichterung die Finger lecken. Man denke da nur an einen leicht reizbaren Mittelmeeranrainerstaat von der Größe Hessens… „Ratatatatatat. Stehenbleiben, keine Bewegung“. ;)

  2. 2 Empörte_r 08. März 2007 um 18:04 Uhr

    Für alle, die noch mehr Grusel wollen ein kleiner Literaturtip: Olaf Arndt „Demonen-zur Mythologie der Inneren Sicherheit“ 2005

  1. 1 südkorea again | spange Pingback am 08. März 2007 um 14:37 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.