kämpfen und pinkeln

‚Es ist eine Binsenweisheit, aber es schadet tatsächlich, wenn man im Kampf zu viel denkt. Versteh mich nicht falsch: Ein guter Kämpfer muß kein Idiot sein. Er muß nur im entscheidenden Moment die Kraft haben, das Handeln dem Denken vorzuziehen. Nein, was rede ich da, mit Kraft hat das nichts zu tun. Das Gegenteil ist richtig. Es darf nichts von einer Anstrengung in dieser Entscheidung sein. Es muß so sein, als würdest du pinkeln.‘ […]

‚Wenn du dein Wasser abschlägst, löst sich etwas, das du lange in dir aufgestaut hast, richtig? Es ist wie eine Befreiung, es ist leicht und befriedigend, geradezu eine Lust, es kostet keine Kraft, du läßt es einfach geschehen. Wenn du wolltest, könntest du den ganzen Tag Wasser lassen, wo du gehst und stehst, aber du tust es nicht, was wäre das auch für eien Sauerei? Du staust es auf, bis es weh tut, dann läßt du es fließen, und es ist eine Erlösung – stimmt’s? Genau so solltest du kämpfen: wie du pinkelst.‘

Moers, Walter (2003); Rumo & Die Wunder im Dunkeln; Piper Verlag

aber andererseits: warum kämpfen wenn man aufgeben kann? ;)